Zeitdokumente

Erstes Preisjodeln anno 1933

Wir schreiben das Jahr 1933. Juizen war damals in unseren voralpinen Gegenden allgegenwärtig. Gejodelt wurde nicht nur in Jodlerklubs, sondern vorwiegend in bäuerlichen Kreisen, bei der Arbeit in Feld und Stall, besonders auch auf den Alpen. Nicht zu vergessen, auch Frauen sangen und juizten bei der Hausarbeit. So lernte die jüngere Generation das Jodeln von Kindsbeinen an, authentisch, mit ausgeprägt regionalem Charakter. Die Freude an einer Melodie, tiefe, innere Befriedigung waren Beweggründe um zu Juizen, nicht um Applaus von Aussenstehenden zu erhaschen. Durch die schweizweit zentrale Jodlerschulung geht heute leider viel von dieser Ursprünglichkeit verloren.

Das Volk war mit dem Juizen als traditionelle Singart eng verbunden. Wann immer ein Jodleranlass stattfand, kamen die Leute in Scharen. Das wusste auch der Wirt J. Wallimann im Gasthaus „zur Pfistern“ in Alpnach. Er organisierte im Mai 1933 ein Preisjodeln.  Mitgliedern des Jodlerverbandes war die Konkurrenz allerdings verwehrt. Die strengen Regeln des Eidg. Jodlerverbandes gestatteten ihren Mitgliedern nicht, an einem „wilden“ Anlass aufzutreten. Daher fehlten  gute Jodler von Sarnen oder Hergiswil am Preisjodeln. Die Stanser-Jodler hingegen konnten konkurrieren, weil sie erst ein Jahr später dem ZSJV, dem Zentralschweizer Jodlerverband beitraten.

In Unterwalden existierten 1933 vier Jodlerklubs

Jodlerklub Echo vom Pilatus, Hergiswil – Gründung 1921 – Eintritt in den Verband 1924 / Jodlerklub Heimelig, Buochs – Gründung 1930 – Eintritt in den Verband 1942 / Jodlerklub Sarnen – Gründung 1932 – Eintritt in den Verband 1932 / Stanser Jodlerbuebe, Stans – Gründung 1932 – Eintritt in den Verband 1934